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Terminologie

Erläuterung verschiedener Begriffe aus der bildenden Kunst in Bezug auf realistisches Zeichnen und Malen. Zu jeder Erklärung gehört ein Werk als Beispiel für den erklärten Begriff.

Gemälde von Douwe Elias

Realistische Kunst

Obwohl unterschiedliche Definitionen verwendet werden, können wir realistische Kunst als Ausdrucksformen des Zeichnens und Malens betrachten, bei denen die Realität für jeden in der Schöpfung unmittelbar sichtbar ist. Realistisches Zeichnen und Malen ist daher eine Kunstform oder Darstellungsweise, die eine lebensnahe Darstellung/Spiegelung der Realität bildet, oft mit einem Auge für Details, ohne Idealisierung oder Verschönerung.
Dies steht im Gegensatz zur abstrakten Kunst, bei der das Thema nicht als etwas Existierendes erkennbar ist.

Magischer Realismus

Der Begriff magischer Realismus, auch bekannt als phantastischer Realismus, ist eine Kunstrichtung, in der eine Realität mit einer anderen oder höheren Realität verbunden wird, wodurch halluzinatorische Bilder oder Traumeffekte entstehen. Damit ist der magische Realismus mit dem Surrealismus verwandt, der ebenfalls auf Verfremdungseffekte abzielt, indem er mehr oder weniger realistische Darstellungen in ungewöhnliche Kontexte und Umgebungen stellt.

Gemälde von Tomek Setowski 1961

Surrealismus

Der Surrealismus ist eine Kunstbewegung, in der die Trennung zwischen der unbewussten Innenwelt und der Außenwelt aufgehoben wird. Surrealistische Künstler legen großen Wert auf Assoziationen, Halluzinationen und Träume, in denen ihrer Meinung nach das Unbewusste an die Oberfläche kommt. Surrealistische Gemälde werden in einer präzisen Technik gemalt, mit Bildern von Objekten, die normalerweise nicht kombiniert werden, und anderen verfremdenden Szenen.

Gemälde von Rene Schute

Fotorealismus

Der Fotorealismus, auch bekannt als Hyperrealismus oder Superrealismus, entwickelte sich in den späten 1960er und 1970er Jahren als Reaktion auf den abstrakten Expressionismus, der die Kunst seit den 1940er Jahren dominiert hatte. Der Fotorealismus ist bestrebt, die Realität genau wiederzugeben; manchmal wirkt der Stil realer als die Wirklichkeit, wobei kein Detail ausgelassen wird.

Gemälde von Tjalf Sparnaay

Naiver Realismus

Naiver Realismus ist realistische Kunst, die von ungeschulten Künstlern, auch bekannt als ‚Sonntagsmaler‘ oder ‚Außenseiter‘, geschaffen wird. Anfänglich wurde diese Kunst verachtet. Doch in den Jahren 1920-1945 gelang es dem naiven Realismus, sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten an die Spitze der Kunst aufzusteigen und Anerkennung zu finden. Visuelle Kunst, die auf kindliche Art und Weise von ’normalen‘ Männern und Frauen geschaffen wurde, fand damals auch die Anerkennung von Museen und Kunstsammlern. Charakteristisch für die naive Kunst ist die eigenwillige, oft detailreiche, farbenfrohe und zu Herzen gehende Darstellung der Realität.

Gemälde von Johan Jeuken

Stilleben

Ein Stillleben ist eine Komposition aus unbewegten oder leblosen Objekten, bei der neben der Komposition auch die Beleuchtung eine wichtige Rolle spielt.

Gemälde von Amarins Lyklema

Porträt

Im Allgemeinen wird ein Porträt als Darstellung einer Person oder mehrerer Personen betrachtet. Es kann aber auch die Darstellung eines Tieres sein. Manchmal wird ein Porträt mit der Darstellung eines Gesichts gleichgesetzt. Eine besondere Form des Porträts ist das Portrait historié. Die Porträtierten werden dann als mythologische, biblische, legendäre oder literarische Figuren dargestellt.

Gemälde von Ans Markus

Manchmal werden auch Begriffe wie Lyrischer Realismus und Poetischer Realismus verwendet. Diese Formen des Realismus haben einige Ähnlichkeiten mit dem magischen Realismus, dem Surrealismus und der naiven Malerei.